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           SASAB:
       Kurze Reise -
  lange Vorbereitung.

Im Dezember 1993 trafen sich mehrere Ehepaare zur "house warming party" im neu erbauten Sommerhaus von Walter Truelsen in Brodersby-Burg. Feuchtfröhlich ging es her und schon bald wurde die übliche bunte Reihe gebildet - Herren links/Damen rechts -
Die segelbegeisterten Herren kamen bald ins schwärmen - sollte es doch einmal etwas anders als Anholt oder Svendborgsund sein. Tollkühne Pläne wurden geschmiedet bis man auf die Idee kam gemeinsam in einigen Jahren die Küsten Süd-Afrika's zu erforschen. Schnell wurde dem Kind auch ein Name gegeben: South African Sailing Association, Brodersby (SASAB) Am folgenden Tag -mit leichten Erinnerungslücken- wurden bei Bodo in der "Tonne 98" Nägel mit Köpfen gemacht -warum eigentlich nicht- wir segeln in 5-6 Jahren gemeinsam in einem schönen Revier, die Kosten dafür sparen wir an. Gesagt/getan, ein Gemeinschaftskonto wurde eingerichtet und jeder Teilnehmer zahlte fortan DM 100,- monatlich per Dauerauftrag.
Jedes Jahr im Dezember trafen wir uns bei Bodo, dessen Lokal wir zwischenzeitlich zum SASAB-Stützpunkt ernannt hatten (siehe Türschild "Tonne 98"), und diskutierten Ziele und Schiffe bis im Jahre 1998 bei Moorings zwei 15 Meter Schiffe gebucht wurden und der Reisetermin auf den 21. November 1999 festgelegt wurde. Bis zum Antritt der Reise sollten ca. DM 60.000,- auf dem Gemeinschaftskonto sein, ausreichend für die Charter, Flug und Taschengeld/Verpflegung inkl. Getränke. (Wir sind damit knapp ausgekommen).

Zwei Mannschaften wurden gebildet die sich wie folgt zusammensetzten:

1.Schiff: (SY-Wind Seeker)

Bernd Blohm und Walter Truelsen (Eignergemeinschaft SY "Trouble"/MiYC)
Dr. Robert Festge (Miteigner SY "Sundowner"/MiYC)
Bodo Ullmann (SY "Brandy"/MiYC) und
Heiner Ohm (z.Zt. ohne eigenes Schiff aber "Gorch Fock"-erfahren)

2. Schiff: (SY-Princess Zoe)

Johannes Truelsen (1. Vors. MiYC/Eigner SY "Enkelsteerten"/SSC und MiYC)
Malte Eberhardt (Eigner SY "Plünntje"/MiYC)
Hannes Hansen (Miteigner SY "Sundowner"/ MiYC)
Wulf "Mucke" Ohm (z.Zt. ohne eigenes Schiff Mitglied SSC und MiYC)
Claus Bischoff (Eigner SY "longmanhappy"/SSC und MiYC)

Diese Aufstellung verdeutlicht mit welcher geballten seemännischen Erfahrung und Wissen wir zur See gefahren sind.

Die Jahre der Vorbereitung sind wie im Flug vergangen, plötzlich standen alle Gründungsmitglieder, gesund und munter, in Hamburg auf dem Flughafen und warteten auf den Abflug in die Karibik - dazu hier nachfolgend mein Reisebericht:

Sonntag, 21. November 1999

Es geht los! Es ging auch ohne Wecker - pünktlich versammelten sich die "Burger" auf dem Parkplatz am "Burger Hof` um 03.50, Bernd und Joscha wurden im Dorf zugeladen und mit Höchstgeschwindigkeit 107 - 110 km/h ging es im Hohenzollenbus nach Hamburg-Fuhlsbüttel. Walter, Heiner und Robert stoßen zur Gruppe und pünktlich geht es nach London-Gatwick, Aufenthalt 2,5 Stunden, zollfreier Einkauf in London "war wohl nix !" - zu teuer!

Flieger nach St. Lucia geht über Antigua d.h. zusätzlich ca. 2 Stunden Reisezeit, davon 1 Stunde am Boden und ca. 40 Minuten Flugzeit Antigua/St. Lucia. Jetzt beginnt die dritte Welt, 3 Flugzeuge sind ca. gleichzeitig angekommen, ca. 800-1.000 Passagiere drängeln vor der Paßkontrolle mit penibel prüfenden Beamten - warten... Geduld, denk daran, es ist Urlaub! Bei der Gepäckausgabe das gleiche Bild -warten, Geduld ! Es vergeht einige Zeit bis wir ein Taxi zugeteilt bekommen (Zeit genug für die Raucher ihr Nikotinkonto wieder aufzufüllen) -dann aber los, stark genervt, sehr sehr durstig und verschwitzt geht es über die bergige, kurvige Insel. Fahrer will offensichtlich sein Können demonstrieren, sicherlich Formel 1 tauglich, nur fehlt es am Material (Bremsen glühen und qualmen bei Ankunft Marigot Bay) -Fahrzeit ca. 2-1/2 Stunden, offensichtlich wusste der Fahrer nicht wo Marigot Bay ist, wir waren kurz vor Rodney Bay als wir ihn zwingen konnten umzudrehen. Gegen 18.45 treffen wir bei Moorings ein, endlich Aussicht auf ein kaltes Bier, Essen und Schlaf.

An Bord stellen wir fest, es fehlt eine Koje. Die Kammer im Vorschiff ist nicht bewohnbar. Wir finden gemeinschaftlich eine Lösung.

Abendessen und Umtrunk in der -Karibikkneipe- um die Ecke -alles o.k.. Gegen 22.00 Uhr fallen wir erschöpft in die Koje, nachdem wir nunmehr fast 24 Stunden auf den Beinen waren. Die Temperaturen sind gewöhnungsbedürftig, es sind immer noch ca. 28/29 Grad, Schlaf kommt und geht.

Montag, 22. November 1999

06.00 ist die Nacht vorbei - ab zum Duschen - hatte von "Moorings" etwas mehr Komfort erwartet, die Waschräume/Duschen erinnern stark an Afrika - schmutzig/ungepflegt. Der Schleimünde Duschcontainer war vergleichsweise komfortabel...

Um 06.40 kommt die Sonne über den Hügel und im Cockpit sitzen die ersten "Raucher" noch ohne Kaffee...

Frühstück ist für 08.00 Uhr in der -Karibikkneipe- bestellt , ein paar gebratene Eier und viel Kaffee bringen uns wieder auf die Beine. Um 09.00 Uhr ist "Briefing" (kann man sich in Zukunft sparen) gegen 10.30/11.00 soll das Schiff mit Einweisung übergeben werden. Wir entscheiden uns -nach Empfehlung im Briefing- erst am Dienstag früh auszulaufen, da noch erhebliche westliche Dünung auf die Küste trifft und Ankerplätze sehr unruhig sein sollen. Somit haben wir ausreichend Zeit zu proviantieren und die Schiffe zu übernehmen. Vorbestellte Getränke treffen ein und schweißgebadet schleppen wir Kisten mit Wasser/Bier/Wein/Cola etc. an Bord. Mucke/Hannes H./Heiner und Robert nehmen ein Taxi um in Castries Proviant einzukaufen -in der Zwischenzeit übernehmen wir die Schiffe, Schlauchboote und AB-Motoren. Nachmittags wird gebadet, geschlafen und Rumpunsch getrunken.

Gegen 18.00 Uhr fahren wir zur -Happyhour- mit dem Wassertaxi zu JJ's, dort wird auch gegessen, von Natascha bestens bedient. Im Pool demonstriert ein "Goldfisch" sein Können. Zurück an Bord nehmen wir noch einen Absacker und gehen gegen 22.30 Uhr zur Koje, wir wollen am nächsten Tag früh, d.h. um 07.00 Uhr auslaufen.


Mittwoch, 24. November 1999

Bei Piratenrührei um 07.15 Uhr wird der Tagesablauf besprochen. Hannes T./Malte und Claus fahren an Land zwecks Einklarierung (wir sind mittlerweile in einem anderen Staat, St. Vincent und Grenadines) und Einkauf von Proviant/Telefonkarten. Auf einem kleinen Markt am Hafen finden wir das Notwendige an Obst, Gemüse und Brot. Zurück an Bord wird noch Wasser und Eis gebunkert und ab geht die Reise mit Ziel Tobago Cays. Vor uns ca. 22 Meilen. Anker auf 10.30 Uhr.
Wir motoren die gesamte Strecke da nur schwachwindig und das auch noch gegenan. Ansteuerung Tobago Cays einfacher als erwartet, vor der Einfahrt liegt ein Kreuzfahrer ("MED 2"). Um 14.30 fällt der Anker in den Tobago Cays. Es wird gebadet und die Schnorchelausrüstung probiert, unter Palmen auf der nahegelegenen Insel kommt das Klötzchenspiel zum Einsatz. Wir verabreden eine "Strandgrille" mit einem Einheimischen an Land für ca. 18.30 Uhr. Lobster vom Grill.

Gegen 18.30 Uhr ist es bereits stockfinster und wir warten und warten...
Die Befürchtung an Bord Spagetti mit Tomatensoße zu essen macht die Runde...

Unser "Griller" taucht gegen 19.15 mit einem Motorboot aus der Dunkelheit auf und ab geht es nach kurzer Fahrt an einen kleinen Sandstrand auf eine Insel. Eine klapprige Holzbank zum Sitzen und eine ausgediente Kühltruhe als Tisch stehen bereit, von Feuer/Grill weit und breit nichts zu sehen, anstatt befinden sich (ausreichend) Lobster vorgegrillt in einer Thermoskiste, dazu ein Pott mit Reis . Mahlzeit ... Heiner hat Saucen vorbereitet, das ist die Rettung. Wir lenzen einige Flaschen Wein und Bier, nur von unseren mitgebrachten Taschenlampen spärlich beleuchtet. Wir scherzen mit unseren 3 Grillern die uns dann gegen 2l.OO Uhr wohlbehalten wieder zurück bringen. Mittlerweile erhellt der Vollmond den Ankerplatz -unbeschreibliche Stimmung! Der Tag klingt in gemütlicher Rund bei ein paar Drinks aus.


Donnerstag, 25. November 1999

Sonnenaufgang 06.10 Uhr, traumhaft! Hannes H. hat an Deck geschlafen, wir baden erst mal um uns zu erfrischen. Am Vortag stellen wir fest, dass unsere Schraube stark mit Tauwerk umwickelt war. Ein scharfes Messer und 4-5 Tauchgänge von Malte lösten das Problem. Reichhaltiges Frühstück stärkt uns für den Tag. Für 10.00 Uhr haben wir ein "Wassertaxi" bestellt, um uns durch das Riff auf die vorgelagerte Insel "Petit Tabac" zu bringen, dort wollen wir am Korallenriff schnorcheln. Unser "Taxi" kommt fast pünktlich, der Preis wird ausgehandelt (EC-$ 10,- p.P., anstatt der geforderten EC-$ 20,-) und los geht's.

Wir nehmen vorsichtshalber unser eigenes Schlauchboot im Schlepp mit, um unabhängig zu bleiben (wie sich später herausstellt, völlig unnötig). Es gibt nur eine Durchfahrt, die sgn. "Dinghy Passage", die schwer zu finden ist, wir waren gut beraten, auf diese Art und Weise überzusetzen. Um 11.00 Uhr sind wir auf "Petit Tabac" und verbringen herrliche Stunden auf der Insel mit schnorcheln, baden und Kokusnüsse pflücken - ein wunderschöner Platz am Ende der Welt! Unser beiden "Taxifahrer" harpunieren im Riff (obwohl strengstens verboten) und anschließend wird (wohl versehentlich) unser Schlauchboot harpuniert. Eine ordnungsgemäße Reparatur ist nicht möglich, von nun an fahren wir mit einer "schlappen Hacke". Den Nachmittag verbringen wir an Bord, schlafen, Kaffee trinken und baden. Pünktlich um 17.20 Uhr Sundowner, dann Abendessen (Nudeln arabiata) bei klassischer Musik. Bei stimmungsvollem Mondlicht und Musik (inkl. Seemannslieder von Stefan Remmler) werden noch einige Flaschen gelenzt.

Freitag, 26. November 1999

Wir haben alle etwas länger geschlafen. Heutiges Ziel ist Palm Island/Union Island (Cliftion Harbor), nur wenige Meilen von den Tobago Cays entfernt. Wir machen einen Abstecher in die Salt Wistle Bay mit Landgang und einem Erfrischungsdrink an der Bar, traumhafer Platz, Palmen und weißer Strand. Um 12.30 liegen wir vor Palm Island vor Anker und baden.

Der weiter Tag steht im Zeichen von "YELLOW MAN" -da zu später mehr. Vor Palm Island kommt "Hermann the German" bekleidet mit einem "Mittenwald" bedrucktem T-Shirt und wirbt für festmachen und einkaufen bei "Lambi's" in Clifton Harbor mit Abendessen vom Buffet und Steelband "life". Nachmittags laufen wir in Clifton Harbor ein und Hermann ist zur Stelle. Wir machen an einer angeblich kostenlosen Mooring fest, Hermann fährt uns an Land und entsorgt unseren Müll. Proviant (inkl. 6 Liter Cola-Light) wird gekauft und in der Marina ein Drink genommen (Pina Colada -hatte ordentlich Umdrehungen ...). Zwischenzeitlich ist auch unser 2. Schiff eingelaufen, die auf Palm Island an der Bar Werner, den Österreicher, kennen gelernt haben (Österreichischer Hochsee Segel Club). Werner empfiehlt zum Abendessen zu "Yellow Man" auf einen Hügel oberhalb des Hafens zu fahren. Das Buffet und die Steelband sollen ausgezeichnet sein, Taxitransport wird kostenlos von Yellow Man gestellt. Empfehlungen, besonders von offensichtlich erfahrenen Europäern, sollte man befolgen. Wir gehen erst zur "Happyhour" ins Lambi's - dann zum Taxitreffpunkt. Dort werden wir pünktlich um 19.30 Uhr in einen Minibus gepfercht -und warten...

Nach ca. 10-I5 Minuten geht es endlich los und nach kurzer Fahrzeit halten wir vor dem gelben Haus von Yellow Man. (Uns hängt inzwischen der Magen knurrend zwischen den Knien) Eine Steelband spielt, der Lärm ist ohrenbetäubend, doch anfänglich kommt noch Begeisterung auf, die langsam wieder abnimmt -von Buffet weit und breit nichts zu sehen. Die Band spielt ununterbrochen, eine Unterhaltung ist nicht möglich, der Lärm wird langsam zur Qual, verbunden mit dem nach Nahrung schreienden Magen wird die Stimmung langsam gereizt.

Endlich, nach ca. 1-2 Stunden tut sich etwas. Einige Schüsseln mit Nudeln, Reis und undefinierbaren Fleischstücken werden aufgestellt. Unaufgefordert und vom Hunger getrieben stürzen sich die Österreicher und wir (zusammen ca. 20 Personen) auf die Speisen. Es ist für mich und viele andere Teilnehmer ungenießbar. Nach nur wenigen Bissen stellen wir die Nahrungsaufnahme schwer enttäuscht wieder ein und verlangen die Rechnung. Hannes T. weiß von Einzelheiten aus dem Sanitärbereich, die ich an dieser Stelle nicht weiter geben möchte, da ich mir den Anblick selbst erspart habe. Der Abstieg zum Hafen erfolgt zu Fuß und bei Lambi's wird noch ein Absacker genommen. Jetzt wollen wir zurück an Bord und Hermann's große Stunde schlägt -er kassiert. Die angeblich kostenlose Mooring muß bezahlt werden (US-$ 20,--) weil wir nicht bei Lambi's gegessen haben. Für Müllentsorgung und Taxidienste wird ebenfalls saftig kassiert und erst dann werden wir übergesetzt. Der Zeitpunkt zum kassieren war von Hermann geschickt gewählt, Hut ab, clever gemacht! Für uns wurde von nun an der Name "Yellow Man" zum Symbol für "Touristenverlade".


Sonnabend, 27. November 1999


Die Schiffe trennen sich -"Wind Seeker" wollen ein paar Meilen segeln und dann nach Salt Wistle Bay, wir wollen unbedingt den Sandhügel im Meer mit Palme und Pt. St. Vincent sehen. Früh läuft unser Schwesterschiff (mit Grundberührung) aus. Später erfahren wir, dass auch das Beiboot zwei mal(!) verloren ging. Beim ersten Mal waren USD 50,-Bergelohn fällig. Von diesem Tag an waren auf der "Wind Seeker" nur 2 Besatzungsmitglieder bevollmächtigt das Beiboot (seemännisch) auf einer Klampe zu belegen.

Wir ankern vor Petit St. Vincent noch bei Sonnenschein, aber im Osten braut sich ein Unwetter zusammen. Nachdem wir an der Hotelbar feststellen, dass an diesem Tag Abendessen nur für Hotelgäste serviert wird entscheiden wir uns ebenfalls nach Salt Wistle Bay zu laufen. Das Unwetter zieht schneller auf als erwartet und nach Passage Palm Island bekommen wir im freien Seeraum ordentlich einen auf die Mütze, -bis zu 11 Bft. Gischt und Regen kommen fast waagerecht, Sicht fast Null. Wir brauchen ca. 30/40 Minuten um in der Saline Bay in Lee Schutz zu finden. Dort warten wir ca. 1-2 Stunden auf besseres Wetter und verholen dann ca. 5 Meilen in die Salt Wistle Bay. Hier war für uns bereits Abendessen an Land bestellt und nach der Erfahrung bei "Yellow Man" haben wir ausgezeichnet (Steak, Lobster oder Chicken) gegessen.
Der Wind dreht nördlicher und Schwell steht in die Bucht. Die Nacht wird sehr unruhig gegen 03.00 Uhr früh muss "Wind Seeker" noch ein Ankermanöver fahren, weil ein offensichtlich übernervöser Nachbar eine Kollision befürchtet.

Sonntag, 28. November 1999 - 1. Advent

Hannes T. legt eine CD mit Weihnachtsliedern auf. Hat sich leider vergriffen, war die Weihnachts-CD von den "Toten Hosen", -fand nicht viel Beifall. Dazu trägt Hannes Boxershorts mit aufgedruckten Weihnachtsmännern ("Tote Hose!).
Nach dem Frühstück verlassen wir den unruhigen Platz und verholen ca. 4,5 Meilen nach Canuan/Charlestown Bay, dort wollen wir auch übernachten. Alle legen sich erst mal auf die Koje um Schlaf nachzuholen. Für das Abendessen wird ein Tisch im Tamarind Hotel bestellt. Als wir übersetzen leichter Regen, kaum unter Dach kommt es "dick" von oben, tropischer Schauer mit starkem Wind. Essen (Buffet) und trinken ausgezeichnet. Heute ist Bergfest. Obwohl das "Tamarind Hotel" in unserem Reiseführer als nicht empfehlenswert eingestuft wurde, können wir nur das Gegenteil feststellen. Essen und Service (die Bedienung hätte die Schwester von Wilma Rudolph, der Gazelle sein können) war empfehlenswert (oder leiden wir immer noch unter dem Yellow Man-Schock ?). Der Abend klingt -wie üblich- in gemütlicher Runde an Bord aus.

Montag, 29. November 1999

Wir verlassen unsere Mooring um 09.00 Uhr mit Ziel Union Island/Clifton Harbor (Hermann wird sich freuen) um Frischwasser und Proviant zu bunkern -dann soll es wieder "Tobago Cays" sein.

In Clifton Harbor machen wir wieder bei Lambi"s fest, nachdem wir bei herrlichem, stetigem NO 4-5 Bft. gesegelt sind. Um 13.00 Uhr ist alles erledigt und Kurs Tobago Cays liegt an, wo wir um 14.30 Uhr den Anker fallen lassen.
              Position: 12 ° 37,80` N -  61° 21,26` W
Dort fragen wir nach "Free Willi". Empfehlung von Hermann, er soll die besten Lobster liefern. Eigentlich handelt "Free Willi" mit T-Shirts kann aber Lobster besorgen: Kein Problem der Lobster-Man ist sein Freund. Wir binden die Schiffe längsseits zusammen und veranstalten, nachdem das große "Lobsteressen" beendet ist eine Bordparty. Um Mitternacht kehrt wieder Ruhe ein.

Dienstag, 30. November 1999

09.30 Uhr Anker auf. Wettervorhersage: Leichte bis mittlere Winde O/NO 10-15 Kn., verbreitet Schauer, Schwell aus NO, Wellenhöhe zwischen den Inseln 1-1,5 Mtr. Unser Kurs Nord, Mustique, wenn Anlieger, ansonsten Bequia (Friendship Bay). Es wird ein schöner Segeltag und am frühen Nachmittag machen wir an einer Mooring in der Friendship Bay fest. Die "Wind Seeker" hat den Abstecher zu den Reichen und Schönen dieser Welt auf Mustique (Basils Bar) gemacht und trifft um 17.30 Uhr in der Friendship Bay ein. Der Abend verläuft wie gewohnt, essen an Land, trinken an Bord.

Mittwoch, 1. Dezember 1999

Alles geht seinen gewohnten Gang. Schiff wird seeklar gemacht, Seeventile und Schotten dicht - zwischenzeitlich Maschine laufen lassen um Batterie (Kühlung ist wichtig!) zu laden und ab geht die Post nach Walliabou Bay (St. Vincent). Wir binden ein Reff ins Gross und laufen hoch am Wind mit Schrick auf den Schoten nach Norden. In SO zieht wieder ein Unwetter auf, wir haben aber Glück und laufen dem schlechten Wetter davon. Querab St. Vincent schläft der Wind wieder ein und wir müssen die letzten Meilen wieder motoren. Ca. 2,5-3 Meilen vor der Küste, querab Walliabou Bay werden wir von kleinen Ruderbooten erwartet, in der Hoffnung, von uns zum ausbringen der Heckleine angeheuert zu werden. Wir entscheiden uns für "Ashley" der sich kräftig in die Riemen legt um gleichzeitig mit uns am Liegeplatz einzutreffen. Dort reicht er uns die Mooring an und belegt die ca. 70 Meter Heckleine an Land. Nachmittags wird ausklariert, verbunden mit Dämmerschoppen und Abendessen im Walliabou Anchorage Restaurant (Bretterbude am Strand.)
In den frühen Morgenstunden (ca. 03.00 Uhr) wecken ungewöhnliche Geräusche die Besatzung Wir schlugen mit dem Bugkorb gegen die "Wind Seeker" - nach wenigen Minuten war die Ursache gefunden - wir hatten uns von der Mooring gelöst, die Vorleine hing schlaff im Wasser. Die Ursache konnten wir nicht feststellen, zumal Malte noch am Nachmittag mit einem Tauchgang sich von der ordentlichen Befestigung der Vorleine überzeugt hatte - bis heute ein Rätsel für uns.

Donnerstag, 2. Dezember 1999

Um 08.50 legen wir ab. Ziel St. Lucia/Soufrier (Pitons), ca 38 Meilen.
Dicht unter Land, der Empfehlung der Handbücher folgend, laufen wir hoch am Wind nach Norden, die Pitons schon in Sicht. Wir können die gesamte Strecke segeln und werfen um 14.00 Uhr den Anker auf 20 Meter Wassertiefe, nur ca. 20 Meter vom Strand entfernt. Die Heckleine wird an einer Palme belegt. Wir liegen vor dem Hummingbird Resort Hotel mit herrlicher Aussicht auf die Pitons. Mit einem Wassertaxi geht es gegen 16.30 Uhr zum Proviantieren an Land. Bei "Erolines" finden wir ausreichend Nahrungsmittel und Getränke. Brot wird bei einem lokalen Bäcker gekauft (frisch aus dem Ofen.) Den Abend verbringen wir mit karibischen Drinks (Walter's Geburtstagsrunde) und einem kräftigen Essen im "Hummingbird Resort".

Freitag, 3. Dezember 1999

Für heute steht ein Landausflug auf dem Programm, der Führer ist für 09.30 Uhr mit Motorboot längsseits bestellt, um den Vulkan und Schwefelquellen zu besichtigen. Claus bleibt als "Wachmann" an Bord. Es gab auch genug zu tun, Betten beziehen, bügeln, staubsaugen, Fenster putzen...
Die Ausflügler sind um 12.40 Uhr zurück an Bord. Um 13.10 Uhr nehmen wir den Anker auf mit Ziel Rodney Bay (an der Nordspitze von St. Lucia,) Entfernung ca. 15 Meilen. Nach ca. 2,5 Std. machen wir in einer modernen Marina an einem Steg fest. Hier wird wieder einklariert, telefoniert und an Land ein paar Bierchen gezischt. Die "Wind Seeker"-Mannschaft macht sich auf den Weg zu einem Straßenfest in Rodney Bay.

Sonnabend, 4. Dezember 1999

Es gibt in der Marina einen Bäcker! Frisches, noch warmes Brot zum Frühstück ist ein Genuss. Gegen 10.00 Uhr legen wir ab und verholen uns die verbleibenden ca. 10 Meilen mit Zwischenstopp zwecks Baden wieder in den Ausgangshafen Marigot Bay, wo wir gegen 15.00 Uhr festmachen -Ende der Seereise. Der Nachmittag wird zum Aufräumen und Packen genutzt -am Abend soll es wieder JJ's sein.

Sonntag, 5. Dezember 1999

Reisetag. Wir gammelten rum, bis um 14.00 Uhr unser Taxi kam und uns in nur einer Stunde zum Flughafen brachte. Dort hingen wir bis ca. 18.00 Uhr rum und endlich gegen 18.30 ging die Reise -wieder via Antigua- los. Der Nachtflug nach London verlief ohne besondere Vorkommnisse und pünktlich um 07.00 Ortszeit landeten wir in Gatwick. Der Anschlussflug nach Hamburg (mit Gepäck) landete um 11.45 in Hamburg. Eine schöne Reise war zu Ende!
                                            "Mission completed"
Claus Bischoff
longmanhappy

12. Dezember 1999
 

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